nächtliches Schwitzen

NächtlichesSchwitzen

Nassgeschwitzte Haare, feuchte Nachtwäsche und klammes Bettzeug. In den Wechseljahren haben zahlreiche Frauen mit Hitzewallungen und nächtlichen Schweißausbrüchen zu kämpfen. Die Ursachen sind in dieser Phase hormoneller Natur. Häufigkeit und Intensität der Beschwerden sind dabei von Frau zu Frau sehr unterschiedlich. Viele Frauen fühlen sich dadurch im Alltag belastet. Aber warum schwitzen wir überhaupt?

Wir schwitzen, um unseren Körper vor Überwärmung zu schützen. Zu diesem Zweck sind über den gesamten Körper Schweißdrüsen verteilt. Insbesondere an den Handinnenflächen und auf der Stirn befinden sich viele Schweißdrüsen. Diese produzieren dann Schweiß, wenn unser Gehirn ein entsprechendes Signal sendet. Der Vorgang wird unbewusst über das sogenannte vegetative Nervensystem, den Teil den wir nicht willentlich beeinflussen können, gesteuert.

Hitzefrei! Schwitzen als natürlicher Schutzmechanismus des Körpers

Jeder Mensch gerät unterschiedlich schnell und stark ins Schwitzen. Neben Sport, Saunagang oder zu warmer Bekleidung können auch Albträume und Ängste Schweißausbrüche auslösen. Dies ist wenig verwunderlich, denn auch Stresshormone beeinflussen das Schwitzen. Wenn Schweiß verdunstet, dann entsteht Verdunstungskälte. So kann überschüssige Körperwärme über die Haut abgegeben werden.

In den Wechseljahren kann es allerdings vorkommen, dass betroffene Frauen scheinbar ohne Grund plötzlich stark schwitzen. Meist treten diese Schweißausbrüche zusammen mit Hitzewallungen auf. Besonders nachts kann dies sehr lästig sein. Wenn Sie nachts ständig schweißgebadet aufwachen, dann ist es leider schnell vorbei mit dem erholsamen Schlaf. Und der nächste Tag ist dann auch gelaufen, denn Tagesmüdigkeit und Konzentrationsprobleme sind vorprogrammiert. Insbesondere berufstätige Frauen fühlen sich durch Nachtschweiß stark beeinträchtigt.

Warum schwitzt mannachts?

In den Wechseljahren verändern sich Hormonhaushalt und Stoffwechsel. Dies hat Einfluss auf die Wärmeregulierung des Körpers. Zunächst nehmen die weiblichen Geschlechtshormone nur phasenweise ab. Später kommt es auch zu einer abrupten Abnahme der Hormone. Dadurch entsteht ein Überschuss an Stresshormonen, was zu nächtlichen Schweißattacken führt. Es ist also nicht verwunderlich, dass so viele Frauen in den Wechseljahren nachts schweißgebadet aufwachen.

Schweißausbrüche sind häufig die Folge von nächtlichen Hitzewallungen. Diese sind auf die Abnahme des Hormons Östrogen zurückzuführen. Sie betreffen ungefähr 7 von 10 Frauen in den Wechseljahren in individuell unterschiedlicher Häufigkeit, Stärke und Dauer. Hitzewallungen entstehen plötzlich und unabhängig von der Umgebungstemperatur.

Wellenförmig breitet sich die Hitze vom Kopfbereich ausgehend über den Oberkörper aus. Der Körper reagiert mit Hautrötungen, extremem Schwitzen teilweise am ganzen Körper sowie Herzrasen. Auch Schwindel kann vorkommen. Verdunstet der Schweiß, folgt meist ein Frösteln. Da die Körpertemperatur hormonell reguliert wird, vermuten Experten, dass Hitzewallungen und die damit verbundenen Schweißausbrüche durch eine fehlerhafte Interpretation der Hormonschwankungen im Gehirn ausgelöst werden. Auch das Stresshormon Adrenalin spielt vermutlich eine Rolle.

Wichtig für Sie:

Nach Einstellung des hormonellen Gleichgewichts treten Hitzewallungen und Schweißausbrüche nur noch selten oder gar nicht mehr auf.

Gibt es auch andere Gründe für durchgeschwitzte Nächte?

Die Ursache für nächtliche Schweißausbrüche müssen nicht unbedingt die Wechseljahre sein. Manchmal gibt es ganz einfache Gründe für nächtliche Hitzewallungen und Schweißausbrüche. Zum Beispiel eine zu warme Schlafumgebung.

Andererseits können jedoch auch Erkrankungen die Ursache sein, wie:

  • eine schwere Grippe oder eine Erkältung,
  • eine Überfunktion der Schilddrüse,
  • das Vorliegen von Zuckerkrankheit (Diabetes),
  • eine Hyperhidrose (übermäßige Schweißproduktion) oder
  • bestimmte Medikamente (z.B. Antidepressiva oder fiebersenkende Mittel).

Wichtig für Sie:

Starkes Schwitzen und nächtliche Schweißausbrüche müssen nicht wechseljahresbedingt sein. Lassen Sie die Symptome deshalb ärztlich abklären.

Tipps für den Alltag:damit Sie nachts nicht ins Schwitzen kommen

Damit Sie nachts cool bleiben, sollten Sie einige einfache Tipps für den Alltag befolgen. Meiden Sie Faktoren, die Hitzewallungen und Schweißausbrüche fördern. Dazu zählen Stress und Übergewicht. Auch bestimmte Nahrungsmittel können zu Hitzewallungen und nächtlichen Schweißausbrüchen führen. Das liegt an ihren gefäßerweiternden Eigenschaften. Verzichten Sie daher auf Kaffee, Schwarztee und Alkohol. Auch stark gewürzte und scharfe Speisen sollten Sie aus Ihrem Speiseplan streichen.

Nachtschweiß ade!

Die nächtlichen Schweißausbrüche rauben Ihnen den Schlaf und die Power für den nächsten Tag? Mit Medizin aus der Pflanzenwelt und homöopathische Mitteln bekommen Sie Ihre nächtlichen Schweißausbrüche bestimmt in den Griff!

Weitere Tipps:

  • Regelmäßiges Lüften sowie eine Raumtemperatur von 16-18 °C sorgen für ein gutes Schlafklima.
  • Atmungsaktive Nacht- und Bettwäsche aus Baumwolle, Seide oder Leinen haben kühlende Eigenschaften. Vermeiden Sie schweißfördernde Synthetikfasern!
  • Mit mehreren dünnen Bettdecken können Sie sich flexibel an die aktuelle Körpersituation anpassen und vermeiden Überwärmung.
  • Mit Wechselwäsche am Bett können Sie nachts ohne großen Aufwand verschwitzte Wäsche auswechseln. Damit beugen Sie Frieren vor und fördern Wohlbefinden und ein schnelles Wiedereinschlafen.
Traubensilberkerze
Wie sicher und verträg­lich ist der Trocken-Extrakt aus der Trauben­silber­kerze? Hilft er gegen Hitze­wallungen und über­mäßiges Schwitzen auch aus medi­zi­nischer Sicht?

Mit natürlicher Pflanzenkraft gegen Nachtschweiß

Bei Hitzewallungen und Schweißausbrüchen greifen viele Frauen in den Wechseljahren auf Mittel mit dem Extrakt der Traubensilberkerzenwurzel (Cimicifuga racemosa) zurück.

Ihr Vorteil: Diese seit Jahrzehnten bewährte Pflanze wirkt auch gegen Stimmungsschwankungen und andere typische Wechseljahresbeschwerden. Dabei treten unerwünschte Effekte auf Gebärmutterschleimhaut oder Brustgewebe bei dieser Behandlung nicht auf (1).

Salbei (Salvia officinalis) wird ebenfalls zur Behandlung nächtlicher Schweißausbrüche eingesetzt, zum Beispiel als Tee oder in Form einer Tinktur. Neben der antimikrobiellen Wirkung besitzt die Heilpflanze auch eine schweißlindernde Wirkung. Salbei wird daher von einigen Frauen in den Wechseljahren gegen Nachtschweiß- und Hitzewallungen eingenommen.

Klein, aber oho! Mit Homöopathie gegen Nachtschweiß bei Wechseljahresbeschwerden

Wer eine homöopathische Therapie bevorzugt, kann zur Linderung der Symptome bei nächtlichen Hitzewallungen und Schweißausbrüchen in den Wechseljahren auch Globuli verwenden.

  • Bei Schweißausbrüchen werden unter anderem Cimicifuga (D12), Sepia (D12), und Ignatia (D12) eingesetzt.
  • Sind Hitzewallungen für den Nachtschweiß verantwortlich, helfen manchen Frauen Cimicifuga (D12), Lachesis (D12), Sulfur (D12), Pulsatilla (D12), Sanguinaria canadensis (D12) und Glonoinum (D12).

Da homöopathische Mittel in Abhängigkeit von persönlichen Eigenschaften und weiteren Begleiterscheinungen ausgewählt werden sollten, erkundigen Sie sich am besten bei einer entsprechend ausgebildeten Fachkraft oder einem Arzt mit Zusatzqualifikation Homöopathie danach, welches homöopathische Mittel sich am besten zur Linderung Ihrer Beschwerden eignet.

Allerdings kann bei starkem Schwitzen in der Nacht begleitet von weiteren Wechseljahresbeschwerden auch eine Hormonersatztherapie für Sie sinnvoll sein.

Wichtig für Sie:

Nächtliches Schwitzen ist unangenehm und kann auch den Alltag stark beeinträchtigen. Zögern Sie deshalb nicht, sich mit Ihren Beschwerden an Ihre Arzt zu wenden, denn es gibt gute Behandlungsmöglichkeiten.

Quellenangaben

  1. Beer AM, Neff A. Differentiated Evaluation of Extract-Specific Evidence on Cimicifuga racemosa’s Efficacy and Safety for Climacteric Complaints. Evid Based Complement Alternat Med 2013; 2013: 860602.