unregelmäßige Blutungen

Blutungen in den Wechseljahren: wenn der Zyklus ins Schwanken gerät

Veränderungen sind das Salz in der Suppe unseres Lebens: Kindheit, Jugend, die jungen Erwachsenenjahre, eventuell Mutterschaft. Stets ist unser Leben als Frau geprägt von neuen Erfahrungen. Aber kaum eine Phase ist mit so wechselhaften Erwartungen verknüpft wie der Zeitraum vor, in und nach den Wechseljahren.

Erste Vorboten sind meist kaum merkliche Zyklusschwankungen und unregelmäßige Blutungen. Die Regel ist oft zunächst verkürzt. Bei einigen Frauen werden die Abstände zwischen den Regelblutungen auch länger oder die Blutung wird stärker. Manche haben Zwischenblutungen.

Gewöhnungsbedürftig: Blutungen in den Wechseljahren

So individuell, wie jede Frau Ihre Menstruationszyklen erlebt, so individuell können sich auch die hormonellen Umstellungen bemerkbar machen. Durch die sinkende Produktion der Geschlechtshormone Östrogen und Progesteron bleibt der Eisprung häufiger aus. Deshalb kann die Periode unregelmäßiger werden. Am Anfang führt die abnehmende Progesteron-Produktion häufig zu einer übermäßigen Verdickung der Schleimhaut in der Gebärmutter. Dadurch treten oft stärkere Regelblutungen auf. Es kann aber auch sein, dass einzelne Blutungen ausbleiben und die nächste Blutung umso heftiger verläuft. Denn die stark aufgebaute Schleimhaut wird erst dann ausgeschieden. Bei manchen Frauen bleiben die Blutungen sogar über längere Zeit aus und treten dann erst nach 1 Jahr nochmals auf. Wieder andere Frauen bekommen Dauerblutungen oder Schmierblutungen während der Wechseljahre. Auch Regelschmerzen können in unterschiedlich starker Ausprägung auftreten.

Ferner kann auch Stress in den Wechseljahren Blutungen auslösen oder verstärken. Daher sollten Sie auf ausreichende Ruhephasen in dieser Lebensphase achten. Weiterhin gut für Ihr Wohlbefinden sind

  • die Pflege sozialer Kontakte,
  • Entspannungstechniken,
  • viel Bewegung sowie
  • eine ausgewogene, pflanzenbetonte Ernährung.

Außerdem sollten Sie Ihren Eisenstatus regelmäßig überprüfen lassen und diesen bei Bedarf durch entsprechende Präparate ausgleichen. Denn nicht in jedem Fall tragen die Sexualhormone an allem die Schuld. Ein durch starke Blutungen hervorgerufener Eisenmangel kann ebenfalls Erschöpfung und depressive Verstimmungen hervorrufen.

Spezialfall: Ausschabung

Sehr starke oder lange Blutungen, heftige Beschwerden oder auch Zwischenblutungen können viele Gründe haben. Im Zweifel ist dann zur Abklärung der Ursache eine Ausschabung (auch Abrasio oder Kürettage genannt) sinnvoll. Diese dient in erster Linie dazu, dass eine sichere Diagnose durch den Arzt gestellt wird. Denn die Unregelmäßigkeiten oder Beschwerden können nicht nur wechseljahresbedingt sein. Auch gutartige Tumore (Myome) oder Ausstülpungen der Gebärmutterschleimhaut (Polypen) können dahinter stecken. Andere Methoden, wie eine Ultraschall-Untersuchung oder ein Abstrich, geben hierüber oft nur begrenzt Auskunft.

Manchmal treten nach dem Ende der Wechseljahre erneut Blutungen auf. Dies liegt dann meistens an einer noch verdickten Gebärmutterschleimhaut. In diesem Fall kann ebenfalls eine Ausschabung erforderlich sein. Nach der Beseitigung des Schleimhautgewebes hören die Blutungen dann im Allgemeinen auf.

Wichtig für Sie:

Nicht jede Zyklusveränderung ist auf die Wechseljahre zurückzuführen. Klären Sie die Ursachen unbedingt mit Ihrem Frauenarzt ab!

Unregelmäßige Blutungen: unverhofft kommt oft?

„Wie wird es bei mir sein?“, fragen sich viele Frauen bereits mit Anfang 40. Werde ich zu denen gehören, die Dauerblutungen haben? Oder die sich auf keinen Ausflug mehr trauen? Oder Sie befürchten permanent „kleine Malheurs“, wenn sie nicht ständig einen Wäscheschutz tragen?

Vielleicht sollten wir Frauen einfach ein wenig gelassener an diese neue Lebensphase herangehen. Und uns daran erinnern, wie es damals war, vor der allerersten Menstruation. Mit viel Neugier wurden sämtliche Informationen über die natürlichen Vorgänge im Körper beschafft und gelesen. Denn wer aufgeklärt ist, kann sich auch besser und entspannter auf die neue Lebensphase einlassen.

Nicht zu guter Letzt stellt sich bei unregelmäßigen Blutungen auch jede Frau die Frage: Bin ich vielleicht schwanger? Natürlich hängt dies davon ab, ob und wie eine Frau verhütet. Die Wahrscheinlichkeit für eine Schwangerschaft nimmt zwar mit zunehmendem Alter ab. Dennoch sollten Sie bei Ausbleiben der Periode auch eine Schwangerschaft in Erwägung ziehen. Denn diese ist auch in den Wechseljahren möglich! Suchen Sie in diesem Fall Ihren Frauenarzt oder eine Beratungsstelle auf.

Wichtig für Sie:

Auch wenn Sie bisher immer die Uhr nach Ihrem Zyklus stellen konnten, sollten Sie jetzt ein paar Hygieneartikel in den Seitenfächern Ihrer Handtaschen oder Rucksäcke deponieren. Dann können Sie beruhigt in Ihre Aktivitäten starten und sind immer bestens vorbereitet, falls eine unvorhergesehene Blutung auftritt.

Gut informiert durch die Wechseljahre

Bei den meisten Frauen beginnen die Wechseljahre, auch als Klimakterium bezeichnet, zwischen dem 45.-55. Lebensjahr. Die weibliche Fruchtbarkeit nimmt in dieser Lebensphase zunehmend ab. Als Menopause wird erst der Zeitpunkt der letzten Regelblutung bezeichnet.

Die Phasen der Menopause

Die Wechseljahre bestehen generell aus drei Abschnitten:

Prämenopause (ca. ab dem 40. Lebensjahr): Die Hormonproduktion in den Eierstöcken lässt nach. In immer weniger Zyklen findet ein Eisprung statt. Dadurch wird weniger Progesteron gebildet. In der Folge kommt es zu Veränderungen des Monatszyklus und unregelmäßigere, längere oder stärkere Blutungen treten auf. Das Ungleichgewicht zwischen den Hormonen Östrogen und Progesteron kann noch weitere Folgen haben. Beispielsweise können Symptome des Prämenstruellen Syndroms (PMS) auftreten. Dazu zählen Brustspannen oder Kopfschmerzen.

Perimenopause: Bezeichnet die Jahre unmittelbar vor und nach der eigentlichen Menopause. Jetzt ist der Körper sozusagen mitten in den Wechseljahren. Die kontinuierlich sinkende Hormonproduktion macht sich nun bemerkbar. Bei einigen werden die Blutungen seltener, bei anderen stärker oder schwächer. Schließlich bleiben die Blutungen ganz aus. Zusätzlich können weitere Wechseljahresbeschwerden auftreten.

Zumeist sind dies

  • Stimmungsschwankungen,
  • Nachtschweiß und
  • Hitzewallungen.

Postmenopause: Nach der Menopause benötigt der Körper einer Frau noch einige Jahre, um sich auf den nun niedrigeren Hormonspiegel einzustellen.

Weitere körperliche Veränderungen kommen hinzu, wie

  • Scheidentrockenheit,
  • Haarausfall und
  • ein erhöhtes Osteoporose-Risiko.

Meist ist frau erst hinterher schlauer: Die Anfänge der Wechseljahre machen sich bei allen Frauen mehr oder weniger deutlich bemerkbar. Die eigentliche Menopause lässt sich hingegen erst im Nachhinein sicher feststellen.

Wichtig für Sie:

Als Faustregel gilt: Ist die Regelblutung 12 Monate völlig ausgeblieben, war die letzte Regelblutung sehr wahrscheinlich die Menopause.

Wechseljahresblutungen: was hilft bei Beschwerden?

Die Wechseljahre sind keine Krankheit, sondern ein natürlicher Prozess. Trotzdem fühlen sich viele Frauen während dieser Jahre oft beeinträchtigt. Insbesondere die unberechenbar auftretenden Blutungen oder auch Gedanken über eine mögliche Schwangerschaft verunsichern viele Betroffene im Alltag.

Abbau von Stress und Überlastung

Oftmals ist ein unregelmäßiger Zyklus zunächst gar nicht organischer Natur, sondern auf Stress, Überlastung und einen unruhigen Lebensrhythmus zurückzuführen. Gerade Frauen in der Lebensmitte befinden sich im gekonnten Spagat zwischen Privatem und Familie. Der Beruf macht Spaß und soll auch nicht zu kurz kommen. Hier entsteht schnell Potenzial für ein seelisches Ungleichgewicht, was zu Zyklusschwankungen führen kann.

Falls Sie es bisher noch nicht beherzigt haben sollten: Beginnen Sie damit, sich mehr Zeit für sich selbst zu nehmen. Nehmen Sie die Signale Ihres Körpers wahr. Denn nur so können den Bedürfnissen Ihres Körpers und Ihrer Seele gerecht werden.

Operative Maßnahmen

Wie bereits beschrieben, kann im Einzelfall eine Ausschabung sinnvoll sein. Diese sollte aber in jedem Fall erst nach eingehender gynäkologischer Beratung erfolgen. Ähnliches gilt für die sogenannte Hysterektomie (Entfernung der Gebärmutter), die einen schwerwiegenden Eingriff darstellt. Sofern diese Operation während der Wechseljahre durchgeführt wird, kann der Hormonhaushalt dadurch zusätzlich durcheinandergeraten. Bei manchen Frauen fallen die Wechseljahresbeschwerden dadurch stärker, bei anderen weniger stark aus. Auch hier gilt es, Vor- und Nachteile mit dem Gynäkologen abzuwägen.

Hormonersatztherapie (HRT)

Die HRT gilt als die klassische medikamentöse Therapie. Sie ist vor allem bei sehr starken Blutungen und Wechseljahresbeschwerden die Behandlung der Wahl. Noch bis vor einigen Jahren war die HRT mit etlichen Nebenwirkungen verbunden. Mittlerweile hat sich jedoch viel getan. So werden Präparate mit natürlichen Hormonen und niedrigsten Dosierungen eingesetzt. Zudem werden die Medikamente individuell an die Bedürfnisse der Frau angepasst. Besprechen Sie mit Ihrem Gynäkologen, ob die Hormonersatztherapie für Sie die geeignete Methode ist.

Viele Frauen lehnen eine HRT aber ab, da sie ihrem Körper keine Belastung durch künstliche Hormone zumuten wollen. Ihnen bietet die Natur neben homöopathischen Therapien glücklicherweise eine Reihe pflanzlicher Alternativen. Diese kommen zum Teil bereits seit Jahrhunderten zum Einsatz. Sie sind als Phytotherapie auch Bestandteil der Schulmedizin und basieren auf wissenschaftlichen Erkenntnissen.

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Phytotherapeutika

Zu den Heilpflanzen, die zur Behandlung von Wechseljahresbeschwerden traditionell eingesetzt werden, gehören vor allem Traubensilberkerze, Salbei, Baldrian, Johanniskraut, Hopfen und Sojaprodukte.

Zu den in Deutschland bekanntesten und mit am besten erforschten Phytotherapeutika gehören Produkte aus dem Wurzelstock der Traubensilberkerze. Der heute korrekte botanische Name lautet zwar Actea racemosa, in der Medizin wird aber immer noch der ursprüngliche Name Cimicifuga racemosa verwendet. Die Traubensilberkerze stammt aus Nordamerika. Dort wurde der Wurzelstock bereits von den einheimischen Indianerinnen genutzt. Seine Inhaltsstoffe werden zur Linderung von Wechseljahresbeschwerden eingesetzt. Daher wurde der Wurzelstock auch „Indianische Frauenwurzel“ genannt.

Mit Cimicifuga-Extrakten können manche körperlichen Wechseljahresbeschwerden auf ein mittleres bis niedriges Niveau gelindert werden. Der genaue Wirkmechanismus ist bisher nicht bekannt. Zwar wird eine den Östrogenen ähnliche Wirkung nach wie vor kontrovers diskutiert. Die meisten Experten gehen jedoch von keinem hormonähnlichen Effekt aus. Vielmehr wird eine Wirkung auf Botenstoffe im zentralen Nervensystem vermutet. Wechseljahresbedingte Beschwerden, wie Hitzewallungen und Stimmungsschwankungen, werden gelindert (1, 2).

Sonstige Maßnahmen

Manchen Frauen hilft Wärme bei Menstruationsbeschwerden, anderen eher Kälte. Während die eine Frau sich lieber mit einem Tee aufs Sofa zurückzieht, geht die andere lieber spazieren oder praktiziert Yoga-Übungen. Wieder andere Frauen müssen sich auspowern, um sich besser zu fühlen. Manchmal kann auch eine Schmerztablette helfen – doch Sie wissen schon: Natürlich nur mit fachlichem Rat und nicht über längere Zeit.

Eine ausgewogene Ernährung mit einem hohen Anteil pflanzlicher Lebensmittel und ungesättigter Fettsäuren kann sich ebenfalls positiv auf Beschwerden durch starke Blutungen auswirken. Außerdem empfiehlt es sich, bewusst(er) mit Genussmitteln wie Alkohol umzugehen.

Und nicht zuletzt kann eine positive Einstellung helfen. Nehmen Sie sich die Zeit, die Sie brauchen, um sich mit den Umstellungen in Ihrem Körper anzufreunden. Dann finden Sie auch genug Zeit, um Pläne für die neue Lebensphase zu schmieden, die vor Ihnen liegt.

Wichtig für Sie:

Es kommt einzig und allein darauf an, was Ihnen guttut und bekommt. Das gilt nicht nur für die zahllosen Ratschläge, die es für Frauen in den Wechseljahren gibt – sei es, was Sport, Bewegung, Entspannung oder Ernährung angeht. Das gilt genauso im Hinblick auf unterstützende medikamentöse oder pflanzliche Therapien. Probieren Sie am besten in Absprache mit einer Fachkraft aus, welche Mittel für Sie in Frage kommen.

Quellenangaben

  1. European Medicines Agency (EMA): Committee on Herbal Medicinal Products (HMPC). Assessment report on Cimicifuga racemosa (L.) Nutt,. rhizoma, Draft-Revision. EMA/HMPC/48744/2017. 2017. Online unter http://www.ema.europa.eu/docs/en_GB/document_library/Herbal_-_HMPC_assessment_report/2017/08/WC500233055.pdf (aufgerufen am 28.03.2018)
  2. Kraft, K. Phytotherapie versus Hormone bei klimakterischen Beschwerden. EHK 2012; 61(4): 208-213