Wechseljahresbeschwerden

Was sind Wechseljahres­beschwerden?

Wechseljahresbeschwerden umfassen körperliche und psychische Beschwerden. Zu den klassischen Wechseljahressymptomen zählen Hitzewallungen, nächtliches Schwitzen, Reizbarkeit und Gewichtszunahme. Zusätzlich sind einige Frauen auch durch Übelkeit, Unterleibsschmerzen und Verstopfung beeinträchtigt.

Gut 2/3 aller Frauen haben diese Wechseljahresbeschwerden in unterschiedlicher Intensität. Doch seien Sie beruhigt, nicht alle Symptome müssen auch gleich bei jeder Frau auftreten! Auch Beginn und Dauer der Beschwerden sind von Frau zu Frau sehr unterschiedlich. Generell sind die Symptome auf die Veränderungen des weiblichen Hormonhaushaltes zurückzuführen. Aber was genau passiert während dieser Umstellungsphase?

Die Wechseljahre, auch Klimakterium genannt, beginnen bei den meisten Frauen etwa ab dem 45. Lebensjahr. Im Verlauf dieser Zeit werden in den Eierstöcken immer weniger der weiblichen Geschlechtshormone Progesteron und Östrogen gebildet. Bereits vor der letzten Regelblutung, der Menopause, beeinflusst diese hormonelle Umstellung den Menstruationszyklus. Die Regelzyklen werden dadurch häufig länger und unregelmäßiger.

Die Phasen der MenopauseUngefähr 1-2 Jahre vor und nach der Menopause bleibt dann der Eisprung immer häufiger aus. Die Produktion von Progesteron- und Östrogen nimmt nun stetig ab und damit auch die Fruchtbarkeit. In dieser als Perimenopause bezeichneten Phase leiden viele Frauen verstärkt unter Wechseljahresbeschwerden. Denn die Auswirkungen des Hormonmangels machen sich jetzt so richtig bemerkbar. Etwa ab dem 65. Lebensjahr pendelt sich die Produktion von Östrogen- und Gestagen auf einem niedrigen Niveau ein. Es entsteht ein neues hormonelles Gleichgewicht und gleichzeitig lassen die Beschwerden endlich nach.

Wechseljahres­beschwerden? Die Hormone sind schuld!

Verantwortlich für die Symptome der Wechseljahre ist die Umstellung der weiblichen Sexualhormone. Diese regulieren nicht nur die Fruchtbarkeit. Sie haben auch einen Einfluss auf andere Bereiche, wie Schlaf und Psyche. Durch die phasenweise Abnahme entsteht zunächst ein hormonelles Ungleichgewicht. Stresshormone sind plötzlich im Überschuss, da sie im Körper der Frau weiterhin in gleichen Mengen produziert werden. Dieses hormonelle Durcheinander kann dann eine Reihe körperlicher und psychischer Beschwerden auslösen. Insbesondere der Mangel an Östrogen und schlaffördernd wirkendem Progesteron sind hierbei wichtig.

Patientenbroschüre Wechseljahre

Typische Symptome in den Wechseljahren

Zwischenblutungen, Hitzewallungen und Schlafstörungen. Oft werden diese Symptome der Wechseljahre erstmal nicht als solche erkannt. Schließlich stehen Sie mit Mitte 40 noch mitten im Leben und sind noch lange nicht in den Wechseljahren, oder? Typische Wechseljahresbeschwerden werden da schnell auf einen stressigen Alltag geschoben. Hinzu kommt, dass körperliche und psychische Wechseljahresbeschwerden meistens schubweise und unterschiedlich intensiv auftreten.

Erste Anzeichen sind Zyklusver­schiebungen und Zwischenblutungen

Die ersten Symptome äußern sich oft mit Zyklusverschiebungen oder Zwischenblutungen und werden von betroffenen Frauen manchmal gar nicht bemerkt. Die Menstruationszyklen werden dabei länger, die Blutungen selber dagegen kürzer. Doch auch länger anhaltende oder sehr starke Blutungen sind möglich.

Manche Frauen leiden zusätzlich verstärkt an Ziehen oder Schmerzen im Unterleib. Diese können sowohl während der Blutungen auftreten, als auch bei ausbleibender Periode. Einige Frauen beobachten diese Anzeichen bei sich auch zwischen den Regelblutungen. Nicht selten treten auch Symptome des sogenannten Prämenstruellen Syndroms (PMS) auf.

Dazu zählen:

  • Kopfschmerzen,
  • Brustspannen oder
  • Wassereinlagerungen.

Wichtig für Sie:

Neben Zyklusverschiebungen und Schmierblutungen können auch typische Symptome des prämenstruellen Syndroms zu den ersten Anzeichen der Wechseljahre gehören.

Hitzewallungen betreffen ungefähr 7 von 10 Frauen in den Wechseljahren. Dabei sind Häufigkeit, Stärke und Dauer von Frau zu Frau verschieden. Eine plötzlich auftretende Hitze breitet sich dabei wellenförmig über Gesicht und Oberkörper aus. Ihre Haut rötet sich, Ihr Herz kann verstärkt klopfen und Sie beginnen zu schwitzen. Den Hitzewallungen folgt ein Frösteln. Schweißausbrüche treten oftmals auch nachts auf und beeinträchtigen den Schlaf vieler Frauen. Diese Wechseljahresbeschwerden kommen typischerweise in Schüben und dauern durchschnittlich 3 Minuten an.

Aber wann hat frau endlich Hitzefrei? Das ist von Frau zu Frau unterschiedlich. Im Verlauf der Wechseljahre nehmen Häufigkeit und Heftigkeit der Hitzewallungen immer mehr ab. Nach etwa 4-5 Jahren verschwinden sie ganz von alleine wieder. Allerdings begünstigen manche Faktoren die Entstehung von Hitzewallungen. Dazu gehören Stress und Übergewicht, aber auch bestimmte Nahrungsmittel wie Kaffee, Schwarztee sowie stark gewürzte Speisen. Sie alle wirken gefäßerweiternd. Deshalb können sie Hitzewallungen eher fördern. Versuchen Sie darauf zu verzichten!

Schlafstörungen: Schlecht geschlafen und gereizt?

Schlafstörungen sind während der Wechseljahre keine Seltenheit. Kennen Sie das? Neben Ihnen das sanfte Schnarchen Ihres Partners. Er ist schon längst eingeschlafen, und Sie? Manche Frauen warten eine gefühlte Ewigkeit auf den ersehnten Schlaf. Umso ärgerlicher, wenn der nächste Tag anstrengend zu werden verspricht und man einfach nicht in einen erholsamen Schlaf findet.

In dieser Situation ist etwa die Hälfte aller Frauen in den Wechseljahren. Durch die Schlafstörungen wird die Einschlafzeit länger. Auch Wachphasen bis hin zur Schlaflosigkeit sind möglich. Dies kann verschiedene Ursachen haben. So können einerseits Hitzewallungen und Nachtschweiß den Schlaf stören. Andererseits können auch die Veränderungen der Lebensumstände in den Wechseljahren den Schlaf beeinträchtigen. Am nächsten Tag fühlen sich viele Frauen erschöpft und sind weniger belastbar.

Oftmals sind die Schlafstörungen auch verbunden mit

  • einem seelischen Ungleichgewicht,
  • Stimmungsschwankungen und
  • Reizbarkeit.

Manchmal können auch Antriebslosigkeit und Angstzustände oder depressive Verstimmungen bis hin zu Depressionen auftreten.
Aber was können Sie nun gegen die Schlafstörungen tun? Lüften Sie regelmäßig! Die Schlafzimmertemperatur sollte dabei zwischen 16-18 °C liegen. Achten Sie außerdem auf regelmäßige Schlaf-Wach-Zeiten. Und auch ein ausgeglichener Wechsel zwischen Aktivität und Entspannung tut gut. Einschlafrituale, wie zum Beispiel einen Tee trinken oder ein warmes Bad nehmen, können helfen, abzuschalten. Das wirkt entspannend und man kann sich auf den Schlaf einstimmen.

Wichtig für Sie:

Schlafstörungen sind häufig, aber nicht immer auf die Wechseljahre zurückzuführen. Auch Veränderungen im persönlichen Umfeld können Auslöser sein.

Übelkeit und Verstopfung

Verstopfung? Blähungen und Übelkeit? Immer wieder berichten Frauen in den Wechseljahren auch von einer Beeinträchtigung ihrer Darmtätigkeit. Ein direkter Zusammenhang mit dem Hormonaushalt konnte allerdings bisher nicht gefunden werden. Manchmal können jedoch auch äußere Umstände wie Stress und Hektik die Verdauung stören.

Abhilfe bringen hier schon einfache Anpassungen der Lebensgewohnheiten. Versuchen Sie, gelassen zu bleiben. Vielleicht helfen Entspannungstechniken dabei, Stress und Hektik abzubauen. Ernähren Sie sich ausgewogen, trinken Sie genug und bewegen Sie sich regelmäßig. Das bringt nicht nur Sie, sondern auch Ihre Verdauung wieder in Schwung!

Weitere mögliche Wechseljahres­beschwerden

Mit der abnehmenden Hormonproduktion in den Wechseljahren werden weitere Symptome in Verbindung gebracht.

Dazu zählen:

  • Gewichtszunahme und eine Umverteilung des Körperfetts,
  • Haarausfall am Kopf und verstärkter Haarwuchs im Gesicht,
  • Schwindel,
  • Konzentrationsstörungen und verringerte Leistungsfähigkeit,
  • trockene Haut und Schleimhäute (u. a. Scheidentrockenheit),
  • Blasenschwäche und vermehrte Harnwegsinfekte und
  • Muskel- und Gelenkbeschwerden.

Die gute Nachricht: Die meisten Wechseljahresbeschwerden treten nur phasenweise auf. Und nach der Einstellung eines neuen Hormongleichgewichts hören sie auch wieder ganz auf. Dies ist zumeist um das 65. Lebensjahr herum der Fall. Allerdings können manche Langzeitfolgen auch nach den Wechseljahren noch auftreten. Dazu gehören Osteoporose und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Wichtig für Sie:

Keine Behandlung ersetzt das Arztgespräch! Als Grund für die Beschwerden sollten zunächst mögliche andere Ursachen ausgeschlossen werden.

Wechseljahres­beschwerden? Das hilft!

Gegen das Durcheinander der Hormone können Sie leider nicht viel tun. Aber es gibt Hilfe gegen die Wechseljahresbeschwerden! Mit einer Reihe von Maßnahmen können Sie selber bereits Ihren Alltag angenehmer gestalten und so die Beschwerden lindern.

Tipps für den Alltag: Was Sie tun können

  • Eine ausgewogene, gesunde Ernährung und ausreichende Flüssigkeitszufuhr sind in der Zeit der Hormonumstellung besonders wichtig. Regelmäßige Mahlzeiten mit viel Obst und Gemüse nach Ihren Vorlieben wirken sich positiv auf Ihr Befinden aus.
  • Wenn möglich, verzichten Sie auf Rauchen! Es beeinflusst den Verlauf der Wechseljahre negativ und kann Hitzewallungen verstärken.
  • Mit regelmäßiger Bewegung bleiben Sie fit. Gesundheit und Wohlbefinden werden gesteigert und auch Wechseljahresbeschwerden lassen sich damit lindern. Wichtig ist, dass Sie Spaß daran haben und sich nicht überfordern.
  • Eine bewusste Entspannung und der Abbau von Stress sind besonders in der turbulenten Lebensphase der Wechseljahre wichtig. Das tut Ihnen gut und wirkt gleichzeitig Wechseljahresbeschwerden entgegen.
  • Eine individuell angepasste Hautpflege mit rückfettenden oder feuchtigkeitshaltigen Produkten kann Hautveränderungen entgegenwirken. Bei Scheidentrockenheit schaffen feuchtigkeitsspendende Cremes und Gele Abhilfe.
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Bye-bye Wechseljahres­beschwerden! Welche Behandlungsmöglichkeiten wirklich helfen

Wechseljahresbeschwerden lassen sich in der Regel gut behandeln. Eigentlich bedeuten die Wechseljahre nur eine Hormon­umstellung und sind keine Erkrankung. Deshalb ist eine Behandlung auch nicht unbedingt erforderlich. Mitunter sind Frauen aber doch durch die Wechsel­jahres­beschwerden in ihrer Lebensqualität und ihrem Alltag stark beeinträchtigt. Dann gibt es verschiedene Behandlungs­möglichkeiten. Neben der klassischen Hormon­ersatztherapie (HRT) gibt es natürliche Behandlungs­ansätze.

Dazu gehören:

  • pflanzliche Arzneimittel, auch als Phytotherapie bezeichnet,
  • Akupunktur
  • und Homöopathie.

Im Unterschied zur HRT, bei der zu den körpereigenen Hormonen identische Hormone eingesetzt werden, sind die anderen genannten Therapieoptionen hormonfrei. Bei der Auswahl einer geeigneten Therapie sollten Sie darauf achten, dass Sie sich mit der Art der Behandlung wohlfühlen.

Phytotherapie: bewährte Hilfe bei Wechseljahresbeschwerden

Die Phytotherapie bietet einige traditionelle und gut wirksame pflanzliche Wirkstoffe gegen Wechseljahresbeschwerden. Sehr gut bewährt haben sich Produkte mit dem Wurzelextrakt der Traubensilberkerze (Cimicifuga racemosa). Diese werden häufig bei Hitzewallungen, übermäßigem Schwitzen und Stimmungsschwankungen im Rahmen der Wechseljahre eingesetzt. Wer an Schlafstörungen und Unruhezuständen leidet, bei dem könnten zusätzlich Präparate mit Baldrian (Valeriana officinale) und Hopfenzapfen (Lupuli strobulus) hilfreich sein.

Wichtig für Sie:

Auch pflanzliche Medikamente können Neben- und Wechselwirkungen haben. Beachten Sie die Packungsbeilage und wenden Sie sich bei Fragen an Ihren Arzt oder Apotheker.